Herbert Wallner – Realkubist oder Abstraktion

Oper Graz Lichtschwert von Herbert Wallner

Der Grazer Künstler Herbert Wallner ist von Berliner Kunsthistorikern als Realkubist eingestuft worden, eine Kunstrichtung, die für ihn erfunden wurde.

Wenn ich seine malerischen Werke betrachte, kann schematisch das Motiv erkannt werden, jedoch interpretiert in skizzenartiger Form, die für Menschen, die keine Kenntnisse des Motivs haben abstrakt bleiben.

Ein malerisches Werk von der Grazer Oper und der von Hartmut Skerbisch  entwickelten Skulptur Lichtschwert, 1992 zeigt in fast postkartenmotivartiger Darstellung das gewählte Sujet.

Abstrakt und mit rascher Strichführung ergibt sich durch subtile Farbgebung dennoch eine realistische Darstellung, Realkubismus, wie es kunsthistorisch validiert genannt wird.

Dennoch kann ich von meinem Standpunkt aus keinen Kubismus erkennen, es wirkt eher wie abstrakte Formgebung, abstrakter Expressionismus, skizzenhafte Abbildung der Realität, wie beispielsweise bei Monet’s Skizzierungen der Notre Dame unter der Werkserie Rouen Kathedrale, 1892-1894 ergibt sich auch bei Wallner eine Dreidimensionalität durch die Skizzierung, man bekommt auch, wenn von einem Standort der Zeichnungserstellung ausgegangen wird, ein Ansichtspunkt gewählt wurde, den Eindruck das Skizzierte wurde von mehr als nur einer Perspektive dargestellt.

Straßenbild von Herbert Wallner

Bei seinem Werk der Darstellung von Salvador Dali mit geteiltem Kopf, ergibt sich zusätzlich sein Zugang zur Gespaltenheit der Künstlerpersönlichkeit, Zeit als Faktor, der das Vergängliche festhält. Wie auch bei Wallners Titelgebung seiner Werke zu erkennen, beschäftigt sich seine Malerei mit der zerklüfteten Gesellschaft, der Schizophrenie der Künstlerpersönlichkeit, dem täglichen Leben inhärent.

Ist es Kunst um der Kunst willen, wie ich in meinem Buch Michelangelo versus Jeremy Deller – Eine kunsthistorische Annäherung zur Wertanhebung zeitgenössischer Kunst zu Michelangelo geschrieben habe. Sind Künstler Hofnarren, die sich durch Auftragswerke, wie beispielsweise Michelangelo Buonarotti bei Schaffung der Sixtina in seinem Deckensonett ausgedrückt hat: Ich bin Künstler kein Hofnarr habe ich übersetzt und geschrieben, als kleine kaum erkennbare Randnotiz, die seinen Unmut der schlechten Bezahlung dennoch klarer Anweisungen seiner Auftraggeber kaum erkennbar ausdrückte.

Dali von Herbert Wallner

Die Zeit, welche in ein Bild investiert wurde ist unterschiedlich, wie in mehreren Kritiken zu Wallner’s Werk verfasst, ist er zweimal ins Guinnessbuch der Rekorde gekommen, da er das längste und höchste Bild der Welt malen wollte. Dies kann jedoch nicht gänzlich auf die Welt angewandt werden, da sowohl Mark Rothko als auch Jackson Pollock Wände in ihren Ateliers eingerissen haben, um bahnbrechende Werke zu kreieren, die auch in die Kunstgeschichte eingegangen sind und über mehrere Jahre hinweg geschaffen wurden.

Was Herbert Wallner umsetzt, kann jedoch in seiner Intensität der Malerei und der Erschaffung eines von ihm, in dieser Größenordnung kreierten Kunstwerkes, in den von ihm gewählten Dimensionen, dennoch in die Gruppe der Maler eingeordnet werden.

In der von mir für Herbst 2020 geplanten Ausstellung Paintings Painted/ Malerei Gemalt im Grazer Glockenturm am Schlossberg werden ebenfalls Künstler präsentiert, wie der Deutsche Maler Reiner Heidorn, der seine Werke in der Größenordnung von Bildern bis zu 4-6 Metern aktuell umsetzt.

Generell kann nun gesagt werden, dass während ihrer Schaffenszeit Maler an einen gewissen Standpunkt gelangen, an dem Größenordnungen eine wesentliche Rolle spielen, auch bei Wallner ein wesentlicher Punkt, zusätzlich sein soziales Engagement, der Zusammenarbeit mit der karitativen Organisation SOS Kinderdorf hervorzuheben, welcher er die Einnahmen für sein überdimensionales Kunstwerk für die Kinderkrebshilfe gespendet hat.

Ein Ausnahmekünstler, der einen zweiten Blick Wert ist.

Daniela Haberz, M.A.
Kuratorin & Vermögensberaterin für Kunst als Investition
AØH Art Consultancy Haberz


AØH Art Consultancy Haberz E.u.
Gewerbliche Vermögensberatung, eingeschränkt auf die Veranlagung der sonstigen beweglichen Sachanlagen im Bereich Kunst und Kunstinvestment

Ausstellungsort während der Ausstellungstermine:
Grazer Glockenturm, am Schlossberg 6, 8010 Graz

Büroadresse: Schörgelgasse 32, 8010 Graz, Austria
E-mail: dhaberz@artconsultancyhaberz.org
Mobile: +43 664 182 8678
Web: http://www.artconsultancyhaberz.org

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